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Scaffolding: Wie man die Dinge geregelt kriegt, die einen davon abhalten, die Dinge geregelt zu kriegen.

Na? Heute schon E-Mails gelesen und den Feed-Reader durchgearbeitet? Na? Wie oft? Und in welchen Abständen? ... Also ordentlich prokrastiniert? Das ist doch schön. Dann hast Du vermutlich auf deiner To-Do-Liste noch eine Menge Sachen, mit denen Du langsam mal anfangen könntest. Machst Du ja auch gleich. Sicher! Aber eben erst einmal noch ganz, ganz schnell bei SPIEGEL ONLINE vorbeischauen, oder? Ach: Und den Feed-Reader nochmal checken. Aber dann geht es los. Echt. Bestimmt. Vermutlich!

Prokrastination. Diese Unart, die immer mehr Bedeutung gewinnt. Sie beschreibt die Dinge, die uns von der Arbeit abhalten, von den Dingen die wir eigentlich erledigen sollten. War Prokrastination früher noch ein kurzes und verschmerzbares Schwätzchen in der Teeküche, ernährt sich dieses Monster heute von Moorhühnern, E-Mails, Social Networks und eine Flut an News und Informationen die über uns hereinbricht und in die wir abtauchen, den Blick auf das Wesentliche verlierend.

Aber soweit muss es nicht kommen, wenn man sich Werkzeuge zu Hilfe nimmt, mit denen man das in den Griff bekommen kann.

Gut festhalten: Wir bauen ein Gerüst!

Die Lösung, die für mich funktioniert hat, heißt „Scaffolding“. (Entdeckt habe ich die Methode bei Steve Pavlina.) „Scaffolding“ ist englisch für „Einrüsten“ im Sinne von „Ein Gerüst um etwas bauen“. Und genau darum geht es: Ein Gerüst um das Eigentliche zu bauen, dass dieses trägt ohne die Vorzüge des Medienwandels missen zu müssen.

Erst einmal braucht es dazu Zeit. Am Stück. Dazu zwacke ich mir am Anfang und am Ende des Tages jeweils mindestens 30 Minuten, wenn möglich eine Stunde ab. Zeit, in der ich möglichst ungestört bin. Das heißt, entweder zu Hause alleine in der Küche bei einem Nutella-Brot und Kaffee, wenn der Rest der Familie noch schläft oder früh morgens im Büro, wenn das Telefon und die Kollegen noch still halten.

Nun teilt man sich innerhalb dieser Zeitspanne feste Zeitblöcke für verschiedene Themen bzw. Aktivitäten ein. Aus was die bestehen und wie groß die sind ist natürlich für jeden eine individuelle Angelegenheit. Wichtig ist, sich an diese Zeiten zu halten und in den Einheiten nichts anderes zu machen!

Hier erst einmal meine Scaffolds:

Morgen:

1. 10 Minuten RSS, @surfen ...
2. 20 Minuten Bloggen
3. 10 Minuten Inbox Zero
4. 05 Minuten Aufgaben aus Intranet übertragen
5. 10 Minuten Daily Mission Briefing
6. 01 Minuten Belegungs-Board updaten
7. 05 Minuten Nichts! Kaffe holen. Sowas.

Abend:

1. 20 Minuten Inbox Zero, Re-Briefing
2. 05 Minuten Schreibtisch(e) aufräumen
3. 20 Minuten Den Folgetag planen
4. 10 Minuten RSS
5. 05 Minuten Füße auf den Tisch

In Fett sind die Dinge markiert, die ich erledige, wenn ich nur 30 Minuten Zeit habe. Die weiteren sind jeweils optional.

Ein paar Erläuterungen:

Morgens 1.) In diesen 10 Minuten lese ich nicht unbedingt jeden Post aus den RSS-Feeds in Gänze. Vielmehr gehe ich die Liste durch, markiere einige Beiträge, um diese zum Beispiel zu Hause auf dem Sofa oder unterwegs auf dem iPhone zu lesen. Andere drucke ich mir aus und nehme sie mit in die Mittagspause. @surfen ist mein GTD-Kontext, in dem Websites landen, auf die ich während des Tages gestoßen bin und die ich ebenfalls in diesem Zeitfenster bearbeite.

Morgens 3.) Siehe entsprechenden Linktipp-Beitrag aus dem April.

Morgens 5.) Hier gehe ich meine Things-Inbox und Next- bzw. Projekt-Liste durch und defniere, was im Laufe des Tages erledigt werden soll.

Für mich funktioniert es

Wie auch immer habe ich so vor der eigentlichen Arbeit bereits die Dinge geregelt, die mich ansonsten den ganzen Tag beschäftigen würden ... „Ich muss doch noch bloggen“ ... „Hoffentlich läuft mein Feed-Reader nicht über“ ... und kann mich ganz entspannt auf alles weitere stürzen.

Der Scaffold am Ende des Tages hingegen lässt mich mit dem guten Gefühl ins Auto steigen und die A33 nach Hause sausen, dass es keine Aufgabe gibt, von der ich nicht weiß, wann ich sie erledigen will oder kann. Im GTD-Jargon heißt das soviel wie „Es bleiben keine losen Enden zurück“.

Ich freue mich, wenn diese Methode auch Dir helfen kann und bin gespannt auf Eure Meinungen dazu.

Foto: © photocase.com, Yoshitaka

 

Dieser Eintrag ist vom 19.06.2008 und gehört zu: EntrĂŒmpeln, GTD, Medienkonsum, Gewusst wie ... ...
2 Kommentare (s.u.) wurden bislang dazu hinterlassen. ... Trackback-Link

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mischa schreibt dazu am 23.06.2008
schließe mich marcel an. so habe ich das eigentlich auch schon immer gemacht, ehrlich gesagt wĂŒsste ich auch nicht, wie man es anders und vor allem sinnvoller betreiben könnte. immerhin weiß ich jetzt, dass es scaffolding heißt. cool :)
Marcel schreibt dazu am 19.06.2008
Hmh, so arbeite ich schon seit Jahren, ohne dass es mir irgendwie bewusst wurde. Wenn man als Freiberufler plus abendlichen Nebenjob unterwegs ist, muss man sehen, dass man alle Dinge irgendwie geregelt bekommt. Vornehmlich eine Frage des PrioritÀten-Setzen und viiiiiel Selbstdisziplin (von der ich an manchen Tagen mehr und an einigen anderen weniger habe). Was ich festgestellt habe, ist dass ein "Vorplanen des nÀchsten Arbeitstages" vor allem eine psychologische Wirkung hat. Man kann einfach entspannter loslassen und geistig aufgerÀumter in den Feirabend gehen.

LG
Marcel

* wird nicht veröffentlicht.

Dies hier ist schamlos und komplett von _ben geklaut. Der findet das aber großartig.

2
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