<< Ich bin aber auch zu gutglĂ€ubig. Oder: Was die „FĂŒnf Filmfreunde” und MĂŒnster gemein haben.
War eine Woche offline im Urlaub in Belgien >>

FĂŒnf kleine Negerlein. Oder: Das Ende der Filmfreunde.

Gemeinschafts-Blogs sind im Prinzip eine feine Sache. Wenn mehrere Autoren eine Publikation befüttern, hat das zum Beispiel die Folge, dass regelmäßig neue Artikel erscheinen.

Ein Vorteil, den ich aber im besonderen sehe, liegt darin, dass es jedem einzelnen Autoren dadurch möglich ist, wesentlich länger an seinem nächsten Thema zu arbeiten, als wenn er selbst täglich etwas in einem Autoren-Blog veröffentlich muss. Denn so ist es: Geht die Frequenz der Beiträge zurück, fangen die Leser an aufzubegehren. Ganz gleich, wie hoch der Stellenwert des Blogs ist. Selbst im Sparrenblog, dass immer noch eine gefühlt passable Frequenz an den Tag legt, stellt sich die Frage: Wie damit umgehen, wenn es mal runter geht mit den Beiträgen? Und wie kann es dazu kommen? Mischa hat das kürzlich konkret beantwortet.

Wie auch immer: Artikel, für die man länger Zeit hat werden in der Regel besser. Und steigern damit konsequent die Qualität des gesamten Blogs.

Die angesprochenen Qualitäts-Kriterien galten bislang auch für eines meiner liebsten Blogs: Die fünf Filmfreunde. Das war ein sauberes Film-Blog, dass nach meiner Einschätzung auf einem guten Weg war, in absehbarer Zukunft den Schritt vom Spaß-Projekt hin zu einer ernstzunehmenden Online-Publikation zu machen. Natürlich kann ich nicht wissen, ob das überhaupt ein Ziel der fünf Jungs war. Aber ich halte es für ein denkbares Szenario, dass im besonderen monothematische Blogs ab einem gewissen Bekanntheits- und damit Wirkungsgrad nicht nur das Interesse sondern auch die Begehrlichkeiten klassischer Medien oder dem Thema zugeordneter Wirtschatfszweige wecken. Sei es, dass man das BlogOnline-Magazin als Werbefläche nutzen möchte oder die Human Resources herauszieht, sprich: Das Blog übernimmt und für seine Zwecke einsetzt. Natürlich gegen Bares.

Diese Chance haben die fünf vertan.

Schlimmer noch: Sie haben sich lächerlich gemacht.

Das mal einer - in diesem Fall Dominic Bunge (Dog Hollywood) - aussteigt, weil er seinen Weg woanders sieht: Gut und gerne. Kein Problem. Und seine offizielle Begründug klang vernünftig und nachvollziehbar und konnte in dieser Form auch ohne Probleme publik gemacht werden. Das hätte dem Projekt vermutlich nicht geschadet. Zumal der geäußerte Konsens nichts Schlimmes befürchten ließ:

„Es fällt uns nicht leicht, diese Nachricht zu schreiben, denn normalerweise diskutieren wir interne Dinge nicht in diesem Blog. Die haben hier nichts zu suchen, denn hier geht es um Film und den Spaß den wir alle daran haben. Da die heutige Änderung jedoch nicht zu übersehen ist, gibt es diesmal eine Meldung in eigener Sache. [...]” Oliver Lysiak (Batzmann)

Leider war das aber wohl eine fulminate Fehleinschätzung des eigenen Codex und mit diesem Posting wurde eine Schlammlawine ausgelöst, die scheinbar schon länger hinter den Server-Schränken darauf wartete ins Tal zu stürzen und alles mit sich zu reißen, dass nicht niet und nagelfest war. Was dann geschah darf man wohl getrost als unprofessionell bezeichnen. Zuerst die Reaktion von Malcolm Bunge (Mal sehen) inklusive üblen Nachtreten und Informationen, die nicht zum Thema gehören und bereits bei der gestrigen Veröffentlichtung in mir den Drang äußerten, dem Blog den Rücken zu kehren. Sprich: Aus dem Feed-Reader zu entfernen.

„[...] Wieso wird Nilz weitesgehend verschont und ich muss mir in jeder Mail anhören, dass ich mir lieber mal einen ukrainischen Dogma Film anschauen soll (vielleicht noch ohne Untertitel und Synchro?), anstatt jeden Film von ihm vorab zu loben? [...]” Malcom Bunge

Was mich davon abgehalten hätte, wäre die Ausrede gewesen, dass die beiden, die hier „Adieu!” zwitscherten Brüder sind und Blut ist dicker als eine Gigabit-Leitung. So war es vielleicht nur logisch, dass die beiden nur im Kollektiv gehen konnten. Wie hätte Malcom Bunge bei den Filmfreunden weitermachen sollen, wenn Dominic Bunge nicht mehr da war? Zumal die Gründe ja scheinbar persönlicher waren, als geahnt.

Leider blieb mir kaum Zeit, diese Gedanken zuende zu denken. Denn heute morgen polterte gleich noch ein Off-Topic-Posting in meinen Feed-Reader: Auch Lysiak kehrt nun den Filmfreunden den Rücken und gibt ihnen gleich den Rest. Er verschärft den Ton weiter ins Unerträgliche und aus zuvor bereits unnötig publik gemachten Zankereien wurde gleich noch ein „Schwulen-Basher-Bashing“. Wenn ich das alles richtig eingeordnet habe.

„[...] Ich bin Renes und Nilz Homo-Frotzeleien ein wenig leid, irgendwann macht man die Ohren halt nicht mehr zu und jetzt wo Dog und Malcolm weg sind, fühle ich mich ziemlich alleine. Es klingt blöd, aber nur mit Heteros kann ich nicht zusammenarbeiten und wenn ich ganz ehrlich bin, will ich es auch nicht. [...]” Oliver Lysiak

Letztlich ist mir das aber auch egal. Also: Ob ich das alles richtig verstanden habe, wer jetzt wann und weshalb und wie wen beleidigt hat. Denn „Zankereien“ gibt es immer. In jeder Firma und jeder Gemeinschaft. Damit umzugehen und trotzdem ein Produkt abzuliefern, dass dem entspricht, was wir Konsumenten erwarten wäre jedoch ein i-Tüpfelchen auf der Professionalität gewesen, die ich diesem Blog immer unterstellt habe. Vermutlich zu Unrecht. Vielleicht aber auch nicht.

Denn fehlen werden mir die sehr lesenswerten Kritiken und die Hinweise auf interessante Aspekte, neue Trailer und Sekundär-Themen innerhalb des Mediums Film. Zumal die fünf eine schöne Bandbreite von Arthaus bis hin zu übelstem Popcorn-Kino (Ich liebe auch Transformers!) abdeckten.

Eben einer der Vorteile von Gemeinschaftsblogs. Gescheitert ist es letztlich am einzigen Nachteil von Gemeinschaftsblogs: Man muss teilen können. Auch Meinungen und Anschauungen. Und wenn man sie nicht teilen kann, muss man sie ausblenden.

Das war hier scheinbar nicht möglich.

Ich glaube kaum, dass René Walter (Reningtons Steele) und Nilz Bokelberg (Nilz N Burger) die Power haben werden, das Projekt neu zu beleben. Denn zwei sind eindeutig zu wenig, um ein so vielschichtiges und schnelllebiges Thema wie Film sinnvoll zu begleiten. Vielleicht finden sie ja neue Begleiter. Daran glaube tue ich nicht. Und selbst wenn, wird das Blog ein anderes sein.

Schade Jungs, macht's gut. Ich bin auch weg.

P.S.: Ich nehme an, die Antwort ist „Nein!” Aber gibt es einen anderen Ort im World Wide Web, an dem ich anknüpfen kann, wo die Filmfreunde aufgehört haben?

Dieser Eintrag ist vom 24.09.2008 und gehört zu: Die Anderen, Filme, Medienkonsum ...
1 Kommentare (s.u.) wurden bislang dazu hinterlassen. ... Trackback-Link

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Rouven schreibt dazu am 24.09.2008
Gestern habe ich noch gedacht, dass das eine eher sehr geschmackloser Countdown wird, ein Scherz, der in etwas plötzlich ganz Fulminantem mĂŒndet. Doch dann wĂ€re er wirklich nicht gut durchdacht gewesen.

Mit einem der beiden verbliebenen stehe ich gelegentlich in Kontakt per GTalk und hĂ€tte gerne mal gefragt, doch ich deute mal sein Off-Sein als Überlastung (so ĂŒberlastet, wie der Server der F5 um 11:30 Uhr zu sein scheint).

Schade. Das Projekt scheint ĂŒber den Jordan gegangen zu sein.

P.S.: Mischa ist in Urlaub, Markus. Wir mĂŒssen das Sparenblog befĂŒllen ;-)

* wird nicht veröffentlicht.

Dies hier ist schamlos und komplett von _ben geklaut. Der findet das aber großartig.

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