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Frührentner zeigt sich großherzig: Die NIN „verschenken“ Musik

_ben schreibt in seinem Weblog:

Trent Reznor macht Ernst mit dem Medienwandel. Heute morgen haben Nine Inch Nails ihr neues Album "The Slip" online veröffentlicht, kostenlos, unter einer CC Lizenz. [...] _ben, anmutunddemut.de

Ich sage: Herr R. macht hier wohl eher Ernst mit seinem Lebens-„Wandel“. Denn Herrn R. und Bandkollegen wird es leicht fallen, Musik zu verschenken, wenn sie soviel damit verdient haben.

Stellt auch Musik kostenlos zur Verfügung. Ohne CC.

Ich bin da sehr misstrauisch. Wenn Sie das Konzept für so super halten, warum treten sie dann nicht auch umsonst auf und stellen ihren gesamten Back-Katalog online zur Verfügung? (Ich weiß: Die haben Verträge! Aber die haben bestimmt noch ganz viele unveröffentlichte Stücke.)

Ich meine, ich verschenke ja auch meine Texte. Aber auch nur, weil ich einen ordentlich bezahlten Daytime-Job habe. Dem Goehre zum Beispiel würde das wiederum nicht sobald einfallen. Oder Herrn Goldt. Oder Grass. Oder Autoren bei der Zeit. Außer sie haben einen ordentlich bezalten Daytime-Job.

Großherzigkeit fängt da an, wo das Portemaine schon gefüllt ist.

Stell' einen jungen Musiker vor die Wahl einen Plattendeal abzuschließen oder seine „Kunst“ im Netz für Lulli (meinetwegen auch unter CC) zur Verfügung zu stellen. Da wird man sehen, wie schnell der Medienwandel sich zurückwandelt

Jeder, der das Gegenteil behauptet und für seine Arbeit Geld verlangt, lügt!

Nein! Kapitalismus ist und bleibt die Realität. Der Rest ist Marketing.

(Wieviele OpenSource-Programmierer hat GOOGLE! schon geschluckt?)

Mehr Gedanken und alles gibt's bei _ben in den Kommentaren.

Und beim Sven Heising auch

Dieser Eintrag ist vom 05.05.2008 und gehört zu: Medienkonsum, Internet, Musik ...
16 Kommentare (s.u.) wurden bislang dazu hinterlassen. ... Trackback-Link

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lasti schreibt dazu am 22.05.2008
Auch noch darüber aufregen, wenn man was geschenkt bekommt!?
Oh, Marketing, wie schlimm, jemand will bekannt werden!
Markus Freise schreibt dazu am 12.05.2008
Hier geht es weiter: http://anmutunddemut.de/node/6012#comment-4936
Markus Freise schreibt dazu am 09.05.2008
@Simon: Alles, worum es mir hier geht, ist es, dass hier die große „Medienrevolution“ ausgerufen wird und die eigentlichen Revolutionäre von der Maschine der Musikindustrie - von der auch die NIN ein Kind sind - überrollt werden! Die Revolution frisst ihre Kinder, oder so. ... Ansonsten gebe ich dir Recht.
Simon Pröger schreibt dazu am 08.05.2008
Ohje, Markus, das sehe ich ein bischen anders. Mit CDs verdient man kein Geld mehr, sondern mit Tourneen (siehe Sting, KISS, Genesis: Kein Album, nur dicke Welttournee). Das ist der Grund für die kostenlosen CDs GROßER Künstler (siehe Prince, The Offspring, Gnarls Barkley, NIN...). Bei großen Künstlern sind die Alben Werbegeschenke für Tourneen, mal ganz abgesehen von der dicken Promo.
Bei "kleinen" Künstlern sehe ich das ähnlich, viele Künstler hätten keinen Plattenvertrag, ohne dass ihre Musik bei MySpace oder anderen Portalen kostenlos erschienen wäre (Mika, Nerina Pallot uvm.) Ich denke dass einem Kapitalisten einige Chancen entgehen und viele Türen von vornherein zu bleiben.
Markus Freise schreibt dazu am 08.05.2008
@_ben: Das ist ja die Utopie in dem ganzen. Wieso darben soviele Künstler, die ihre Kunst umsonst herausgeben - siehe Poetry Slam? Nein. Für Utopien habe ich keine Zeit. Ich bin ein Kind des Kapitalismus und das ist für mich: Okay! Ich bin zu klein für das große, ganze. Aber gottseidank Groß genug für die Kleine. ;-)
ben_ schreibt dazu am 08.05.2008
@Endeneu: Du bist hinterher, Digga. Das war das Ghosts Album. Das neue Album heißt "The Slip" und ist in der Tat für lau.

@Markus: vielleicht ist es aber auch andersherum -Das Portemaine füllt sich da, wo es schon eine Großherzigkeit gibt.
Sitzreihe 848 schreibt dazu am 07.05.2008
Ja möchte man. Aber das Internet ist nicht immer ein Face to Face Medium. Wenn wir in einem großen Saal sitzen und ich in deiner Vorlesung aufstehe und was schlaues sage und ich so weit weg sitze dass du mich nicht wirklich siehst, außer dass ich ein orangenes T-Shirt habe, wird bei dir das orangene T-Shirt und meine Aussage hängen bleiben. Und nicht mehr.
Markus Freise schreibt dazu am 07.05.2008
Aber wenn das, was er sagt interessant ist, möchte man doch auch wissen, wer es sagt, oder?
Mimo schreibt dazu am 06.05.2008
Nun, Tamim würde dir auch nicht mehr sagen, oder? Das was du natürlich machen kannst ist nach Tamim Swaid googlen. Aber ich bin mehr als das. Daher - Es ist nicht wichtig wer etwas sagt sondern was er sagt. Persönlichkeiten werden nach dem was sie sagen und vor allem dem was sie tun bewertet.

p.s.
der herr iA kann mir den buckel runter
Markus Freise schreibt dazu am 06.05.2008
Rätsel über Rätsel. Was will uns Herr Kaiser sagen?
"Günter" Kaiser schreibt dazu am 06.05.2008
Kein Nickname, das kann auch was mit Marketing zu tun haben.
Markus Freise schreibt dazu am 06.05.2008
Danke. (Ich mag ja Nicknames schon deshalb nicht, weil man nicht weiß, woher das Lob kommt. :-)
Mimo schreibt dazu am 06.05.2008
markus freise.
i mag deine worte.
jedenfalls die die ich gelesen habe.
Markus Freise schreibt dazu am 06.05.2008
Lieber Sven, die Sache hat zwei Seiten:

Erst einmal ist das kein Medienwandel sondern das aufspringen auf einen längst fahrenden Zug! ... Zum Beispiel:

- unser Kunde Volker Rosin, ein Kinderlieder-Sänger aus Düsseldorf, hat schon vor Jahren Lieder über seine Website verschenkt.
- Autoren und Manufakturen nutzen das Internet seit Bestehen als Direkt-Vertriebs-Instrument.
- Werbegeschenke sind ein alter Hut

Dies ist keine Revolution! Und wenn das was die NIN hier machen von der Bloggeria als solche verkauft wird, dann ist das schlicht falsch!
Herr Reznor rennt hier einem Trend hinterher, denn die „Kleinen“ schon lange praktizieren. Hier werden Lorbeeren geerntet, die andere gesät haben. Aus einer sehr bequemen Position heraus. Ich mag so etwas nicht.

Es gibt seit Jahren kostenlose DRM-freie MP3s die du problemlos in Podcasts verarbeiten darfst. Warum jubelt darüber keiner?

Dazu: "Und ob die Künstler Musik günstiger weggeben und die Rechte für den Konsumenten freier gestalten [...]".

Nochmal: Das kann man schön machen, wenn man die Millionen auf dem Konto hat. Wenn man aber davon leben muss, von jedem einzelnen Song, den es für 1 Euro im iTMS (oder sonstwo) gibt, überlegt man es sich zweimal, ob man dem Diebstahl (und „Saugen“ ist nichts anderes, ganz egal, hinter welchem Anbieter man sich versteckt. Auch napster.de ist hier nur eine Ausrede aber kein Ausweg ;-) Einhalt gebietet. Mein Physik-Lehrer hat mal gesagt: „So lange es Schlüssel gibt, gibt es keine Freiheit.“ Ich sage: „So lange es Diebe gibt, gibt es Schlüssel.“
Micha-El schreibt dazu am 06.05.2008
Wo war das, wo hab ich das gelesen...? ME war es glaub ich: Trent-Boy hat mit der Aktion wohl über 1,5 Millionen Dollar verdient. Lohnt sich.

Und was das verschenken angeht: tu ich auch. N komplettes Livealbum. Unter digitalkunstrasen.net
Auch ganz ohne Job. Ich lern's halt net...
EndeNeu - Smells like thirtysomething spirit schreibt dazu am 05.05.2008
Das Album hat er für 5 $ verkloppt (36 Lieder also mehr als nur eine CD) und nen paar Limited Editions (so mit Unterschrift und Zauberkrams dabei) für die Hardcore Fans für mehr Geld.


... Wenn es keine kostenlosen Blogsysteme wie Wordpress oder so geben würde, wären Blogs jemals populär geworden und hätte jemals ein Firmenkunde von euch gefragt ob ihr auch nen Blog in seine "Webseite bauen könnt"? [Dort weiterlesen]

* wird nicht veröffentlicht.

Dies hier ist schamlos und komplett von _ben geklaut. Der findet das aber großartig.

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